Die Insel Reichenau, eingebettet in den Untersee, ist mit einer Länge von 4,5 km und einer breite von 1,5 km die größte der drei Bodensee-Inseln. Entstanden am Ende der letzten Eiszeit wird sie im Süden vom Seerhein (der Grenze zur Schweiz), im Westen vom Zellersee und der Halbinsel Höri und im Norden vom Gnadensee mit anschließendem Bodanrück umschlossen. Richtung Osten findet sie durch den 1838 erbauten Pappel bestanden Damm Anschluss ans Festland.
Erste Spuren einer Besiedlung gehen bis in die Zeit um 850 vor Christus zurück. Danach gibt es für viel Jahrhunderte keinen Nachweis einer Besiedlung. Erst mit der Gründung der Benediktinerabtei, durch den Wanderbischof Pirmin (724), wird die Insel aus ihrem "Winterschlaf" erweckt.
Mit den Mönchen begann eine stürmische Entwicklung. Die ersten einfachen Holzgebäude, die als Unterkunft und Kirche dienten, lagen nördliche des Münsters. Schon Mitte des 8. Jahrhunderts gab es etwa 100 Mönche auf der Insel.